FT8

Was wir uns selbst widerlegt haben

Die Regeln, nach denen unsere FT8-Station arbeitet, klingen in der Beschreibung, als hätte jemand sie sich überlegt und dann hingeschrieben. So war es nicht. Fast jede davon ist aus einem Irrtum entstanden, und ein guter Teil der Arbeit bestand darin, eigene Annahmen zu widerlegen — oft solche, die monatelang unwidersprochen im Betrieb liefen. Weil das der lehrreichere Teil ist, steht hier die Entwicklung der Reihe nach, mit den Fehlern statt nur mit den Ergebnissen.

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FT8 ohne Bildschirm: unsere Raspberry-Pi-Station

Wer FT8 macht, kennt das Bild: WSJT-X auf dem Bildschirm, das Decodefenster füllt sich alle 15 Sekunden, man klickt auf einen CQ-Rufer, wartet, klickt den nächsten. Was dabei kaum auffällt: Man trifft in jeder Minute ein Dutzend kleiner Entscheidungen. Diesen nicht, der steckt im Pile-up. Den lieber, der ruft schon zum dritten Mal vergeblich. Nicht auf seiner Frequenz antworten, da drängeln sich schon fünf. Der hat mich offenbar nicht gehört — weiter. Diese Entscheidungen sind das eigentliche Handwerk, und die meisten trifft man nach ein paar hundert QSOs, ohne noch darüber nachzudenken. Genau darum geht es in diesem Projekt: einer kleinen Station am Transceiver dieses Handwerk beizubringen — und jede einzelne Regel an den eigenen Verbindungen nachzumessen.

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